Görauer Anger

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Geologie Tiere und Pflanzen Namensherkunft Freizeitaktivitäten Unfall mit Munition und Granaten





Auf dem Anger ist ein Fauna Flora Habitat Gebiet, nämlich die„Albtraufhänge zwischen Görau und Thurnau“ und ein Landschaftsschutzgebiet, nämlich „Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst" im Regierungsbezirk Oberfranken. Auch gehört der Görauer Anger zum Naturpark „Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst"





Geologie




Die Zeit des Jura selbst begann vor 200 Millionen Jahren und endete vor 145 Millionen Jahren. Der weiße Jura des Görauer Angers ist wohl 160-150 Millionen Jahre alt. Im frühen Jura schreitet der Bruch des Superkontinents Pangäa fort. Es entstehen Laurasia (Nordamerika+Europa) und Gondwana.

Das Klima war warm. Das Leben florierte (oder faunierte?). Es gab Dinosaurier und den Urvogel Archaeopteryx, auch Säugetiere wurden gefunden. In der Flora gab es Nadelholz wie Kiefern und Mammutbäume und auch Palmfarne und Ginkgobäume.

Wichtig für den Görauer Anger ist in diesem Zusammenhang auch das Tethysmeer. Dessen Ausläufer lieferten die Sedimente, welche wir nun als Kalkstein eben auch am Görauer Anger kennen. In diesem findet man dann auch Fossilien aus der Flora und Fauna des Jura.


Der Keuper war vor 235-200 Millionen Jahren. Die Gesteine aus dem Keuper bestehen aus Sand und auch Gips welche Sedimente waren.

Der ältere Keuper liegt hier also unter dem jüngeren Jura welcher am Görauer Anger zum Maintal hin abbricht.




Tiere und Pflanzen



  • Die besonderen Lebensbedingungen, wie der Wind und der schroffe, steinige und kalkhaltige Boden haben eine besondere Pflanzengemeinschaft hervorgebracht. Darunter fallen vor allem die im rauen Wind oft schief gewachsenen Kiefern und der struppige Magerrasen auf.




  • Die Bestimmung dieser Pflanze fällt etwas schwer da man keine Blüten mehr sieht und ich auch kein Experte bin. Vermutlich handelt es sich aber um denNatternkopf (Echium vulgare).

    Der typische Lebensraum des Natternkopfes ist passenderweise auch der Magerrasen. Hier spendet er Nektar für Bienen, Hummeln, Falter und Schwebfliegen. Im Gegenzug sorgen die Insekten für die Bestäubung. Die Blüte des Natternkopfes ist zunächst rosa und wird dann blau, das blau ist dann auch ein Zeichen für die Bienen das sie nicht mehr viel Nektar finden werden.

    Die Insekten wiederrum sind Nahrungsquelle für allerlei Vögel und Fledermäuse.



  • Landwirtschaftlich wird das Landschaftsschutzgebiet von Schafen und vereinzelt Ziegen beweidet. Sie sind als Wiederkäuer recht anspruchslos und können auch nährstoffarmes faseriges Futter gut verwerten.

    Die Schafe greifen nicht mit der Zunge sondern knabbern bzw. reißen direkt mit den Zähnen am Futter. So beugen sie durch ihren Verbiss auch der Verbuschung vor.



  • Häufig trifft man auf dem Görauer Anger neben den vielen Vogelarten auch Feldhasen an, ab und zu sieht man auch die scheuen Rehe.





Namensherkunft


Das Wort Anger bietet Grund sich damit näher zu befassen, da zwei Namensherkünfte in Frage kommen.

Das Wort „Anger“ kommt wohl von „Ranger“ bzw. „Rangen“ o.Ä. was soviel wie Hang bedeutet. Hierfür spricht die Hanglage. Aus dem görauer Ranger wurde dann wohl der Görauer Anger. Die früheste Bezeichnung des Ortes welche ich fand stammt von einer Karte von 1808-1864 welche mein Bruder im Bayernatlas fand, wobei hier nicht ganz klar ist ob es eine Ortsbezeichnung oder Geländebeschreibung ist. Auf der Karte steht“Rangen“, ohne "Görauer" etc.

1916 liest man dann vom Görauer Anger. Was eindeutig den Ort beschreibt.

Mehr alte Karten als beim Bayernatlas findet man bei der Uni Regensburg. Hier fand ich den Namen aber gar nicht, weil er wohl auch nicht wirklich bedeutend war.


Einen Hinweis zu einer anderen Erklärung findet man beispielsweise bei der Wikipedia:

Der Begriff Anger (mhd. anger, ahd. angar, germanisch noch Vangr) bezeichnet ein meist grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz in Gemeinbesitz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte (zu Gemeinbesitz siehe auch: Allmende). Dies reicht bis in die germanische Zeit zurück, als er meist noch vor oder nahe bei einer Siedlung lag. Dort war er Ort für Feste, für gemeinschaftliche Aktivitäten (Dorfbackofen, gemeinschaftliches Schlachten) und konnte auch einen heiligen Kultplatz, Ort für Ratsversammlungen (Thing) oder als Richtplatz für das germanische Stammesrecht dienen. Daneben beherbergte er gelegentlich Prozessionswege oder germanische Grabstätten.


Auf bzw. nahe am Anger finden sich mehrere Bodendenkmäler. Es handelt sich um Gräber aus der Bronze und Hallstattzeit sowie Siedlungen aus vorgeschichtlicher Zeit, der Urnenfelderzeit, der Hallstattzeit und dem Mittelater. In Zultenberg fand man ein Reihengräberfeld aus karolingischer- ottonischer Zeit.



  • Nahe an Zultenberg auf dem Görauer Anger fand man auch einen mittelalterlichen Turmhügel und eine Freilandstation, also eine Art Jagdlager aus dem Mesolithikum.

    Möglicherweise war es also ein Anger einer älteren Siedlung oder ähnlich. Als gemeinsamer Platz wird er heutzutage jährlich am 24. Juni für das Johannisfeuer von Zultenberg genutzt.

    Letztendlich fehlt mir die Kompetenz um die Namensherkunft endgültig zu klären. Falls da jemand mehr weiß bitte ich um einen Hinweis an die Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.





Freizeitaktivitäten


Freizeitaktivitäten auf dem oder nahe am Görauer Anger sind das Wandern, Drachenfliegen bzw. eher das Gleitschirmfliegen, Skifahren und Skilanglauf auf den Loipen.




Unfall mit Munition und Granaten


Sprengtrichter aus der Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges
Sprengtrichter

Mitten auf dem Görauer Anger befinden sich Sprengtrichter welche 1945 durch die US Armee gegraben wurden. In ihnen wurde mehrmals wöchentlich mit Lastwagen an gekarrte deutsche Munition gesprengt. Die anliegenden Dörfer wurden vor den Sprengungen mittels Hornsignal gewarnt und die Bevölkerung angewiesen Schutz zu suchen. Das war wohl auch nötig, denn die Granat- und Munitionsteile flogen bis über das einen kilometer entfernte Zultenberg hinaus. Die Prozedur zog sich über Monate hin, und leider wurde nicht alles unschädlich gemacht, was zwei Jahre später zu einem tragischen Unfall führen sollte.

Am 20.04.1947 spielten neun Kinder auf einer Wiese am Görauer Anger. Sie entdeckten eine Handgranate,die beim Spielen explodierte. Mehrere Jungen wurden teils schwer verletzt , nicht alle überlebten:

Bei Infranken.de wird von einem Todesopfer gesprochen :

Es war Reinhard Melkus (68), der fünf Jahre alt war und im dichten Gehölz eine Handgranate entdeckte. Martin Thunig beging den folgenschweren Fehler. "Er hat die Granate auf einem Stein aufgeschlagen", erzählt Reinhard Melkus, der selbst großes Glück hatte. Als die Granate explodierte, hatte ihn sein älterer Bruder Walter Melkus (71) schon in sichere Entfernung in den Wald gezogen. Die Granate hinterließ ein Bild der Verwüstung. Martin Thunig erlitt schwerste Bauchverletzungen, überlebte aber. Am schlimmsten erwischte es Alois Jungbauer, der ums Leben kam.



  • Nahe am Ort des Geschehens hängt ein Artikel welcher von zwei Todesopfern spricht. Zum Gedenken wurde nahe der Sprengtrichter ein kleines Denkmal errichtet welches auch den beiden Kindern gewidmet ist:

    Alois Jungbauer 9 Jahre

    Heiner Lotter 12 Jahre


    Auch heute noch ist nicht auszuschließen, dass sich am Görauer Anger noch Blindgänger befinden.



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