Woher kommen diese Löcher?


An dieser Stelle möchte ich auch darauf hinweisen dass es leider immer wieder zu illegalen Ausgrabungen durch Sondengänger kommt. Besonders häufig sieht man auf den Turmberg immer wieder Löcher die oft von solchen Grabungen zeugen. Das Graben auf Bodendenkmälern ist nur mit Genehmigung durch das Landesamt für Denkmalpflege erlaubt. Die Funde aus den illegalen Grabungen werden dann oft verkauft (einfach mal bei Ebay nach “Kanonenkugel” oder “Pfeilspitze antik” suchen). Ihre wahre Herkunft wird dann meist verschleiert weil sie ja illegal gefunden wurden. Eine professionelle Einordnung und Veröffentlichung erfolgt also nicht. Schlimmstenfalls werden so wichtige und neuen Erkenntnisse verhindert.

Sobald man in den Boden eingreift (gräbt), läuft man in Gefahr Informationen zu verfälschen oder zu zerstören. Normalerweise werden bei Grabungen die Flächen weiträumig abgesteckt, dann Schicht für Schicht abgetragen und dabei dokumentiert und analysiert. Das ist beim Sondeln aber zu aufwendig weil man meistens Kronkorken oder Kaugummifolie findet, hierfür kann man nicht jedesmal eine große Grabung anfangen. Außerdem würde da der Grundstückseigentümer dann wohl auch nicht mehr mitmachen.

Archäologen, Mitglieder von Geschichts- und Heimatvereinen, Sondengänger deren moralischer Kompass funktioniert sowie Denkmal- und Heimatpfleger empfehlen immer das man die Polizei verständigt wenn man Sondengänger auf Bodendenkmälern graben sieht.


Das gilt soweit für die Suche auf (Boden)Denkmälern, nicht wenn man Sondengängern abseits von bekannten Bodendenkmälern sieht. Bodendenkmäler sind zum Beispiel im Bayernatlas eingezeichnet.



Die meisten Sondelgänger machen nichts Falsches


Die meisten Sondengänger gehen schlicht ihrem Hoby nach. Im Allgemeinen sind sie gut informiert und melden ihre Funde. Das Sondeln ist in Bayern erlaubt. Sondengänger interessieren sich meist für die Archäologie und haben somit auch ein Interesse an der Forschung. Sie leisten ihren Beitrag indem sie z.b. neue Bodendenkmäler finden und dem Landesamt melden. Das erscheint mir dann auch reiz- und sinnvoller als das Plündern schon bekannter Denkmäler. Die schwarzen Schafe unter Ihnen ruinieren ihren Ruf, vor allem bei den anderen Gruppen welche sich für Geschichte und Archäologie interessieren und einsetzen.

Einige lehnen das Sondeln aber auch kategorisch ab, eben weil die Sondengänger nicht professionell graben und dann die Fundumgebung sehr stark stören. Trotzdem denke ich dass dieses Argument nur funktioniert wenn an den entsprechenden Stellen professionell gegraben werden würde. Das ist aber seltenst der Fall. Archäologie wird nicht ausreichend gefördert. Viele Funde werden bei Bauarbeiten und Feldarbeiten gemacht, und dann werden erst Notgrabungen veranlasst. Ich bin mir aber sicher das ein Sondengänger weniger Schaden anrichtet als eine Planierraupe oder ein Pflug.

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