Der Turmberg von Kasendorf - Teil 1

Hier geht es zum zweiten Teil Der Turmberg von Kasendorf - Teil 2


Der TurmbergNeolithisierungDas Steinbeil von ReuthDas Hockergrab von NeudorfDie Urnenfelderkultur


Dies ist der erste von mehreren Artikeln in welchem es um den Turmberg und auch um die Geschichte von Kasendorf geht.

Der Zeitraum den ich im ersten Artikel beschreibe beginnt in der Steinzeit und endet mit der Urnenfelderzeit.

Der Artikel wird sich wohl noch einige Male ändern, da ich hoffe bessere Informationen zu den Grabungen und Forschungen zu bekommen. Es ergeben sich auch immer wieder mal neue Quellen oder Widersprüche welche dann dazu führen das ich etwas ergänze oder korrigiere.

Es sollte jedem Leser klar sein das ich Laie bin und letztendlich nur gesammelte Informationen wiedergebe Quellenangabe.

Für Hilfe, Hinweise und Korrekturen an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bin ich immer dankbar.

Apropos korrigieren; Herzlichen Dank an meine Schwester Katharina die oft meine zahlreichen Schreibfehler und schlechten Formulierungen ausbessert.



Der Turmberg


  • Als prägendes Wahrzeichen ragt der Turmberg mit einer Höhe von 493 Metern über Kasendorf. Er ist Teil einer Hochebene die sich zum Süden hin erstreckt, im Norden hingegen liegt Kasendorf gute 100 Meter tiefer im Tal direkt am Fuß des Berges.


    Der Turmberg von Kasendorf
    Höhe: 493 Meter
    Über Kasendorf: 100 Meter

  • Auf dem Turmberg steht sein Namensgeber, der Magnusturm. Er ist ca 15 Meter hoch und hat mit seinen bis zu 3,5 Metern dicken Mauern einen Durchmesser von ca 12,5 Metern.


    Der Magnusturm
    Höhe: ca. 15 Meter
    Mauerstärke: 3,5 Meter
    Durchmesser: 12,5 Meter
    Treppenstufen: 68 ?

  • Über die 68 Stufen (Quelle: www.Kasendorf.de, könnt ihr ja mal nachzählen) der Wendeltreppe kommt man auf die Spitze des Turms, von wo aus sich in alle Richtungen eine tolle, weite Aussicht öffnet.

    Recht markant ist der Blick nordöstlich ins Maintal mit Kulmbach und der Plassenburg.


  • Blick vom Magnusturm nach Kulmbach mit der Plassenburg
    Blick vom Magnusturm nach Kulmbach mit der Plassenburg



Die frühe Geschichte und Neolithisierung


Betrachtet man die Geschichte des Turmbergs, so muss man ihn in seinem Umfeld sehen. Zu jeder Zeit in welcher der Turmberg Funde aufweist, gab es natürlich auch Funde in seiner näheren Umgebung. Ich gehe also auch immer wieder auf Gegebenheiten aus dieser Region ein. Zur Geschichte des Turmbergs sowie seiner Befestigungen und Bewohner gibt es fast keine direkten schriftlichen Zeugnisse. Er wird auch nur sehr spärlich in anderen historischen Schriften erwähnt. Dies führt dazu dass man umso mehr auf die Funde und deren Interpretation und Einordnung angewiesen ist. In der Vorgeschichte gibt es gar keine schriftlichen Überlieferungen.



Blick auf den Turmberg und die Hochebene
Blick auf den Turmberg und die Hochebene

In Oberfranken kennt man um die 30 vorgeschichtliche Wehranlagen welche teils größere Siedlungen schützten. Die bedeutendste und zugleich wohl bekannteste stand auf dem Staffelberg. Sie wurde von Claudius Ptolemäus “Menosgada” benannt und als keltische Metropole bezeichnet. An zweiter und dritter Stelle stehen der Turmberg in Kasendorf und die Ehrenbürg bei Ebermannstadt.

Der “Bayerischen Rundschau, Kulmbach” entnimmt man am 20.06.1976 das mit Hinblick auf Nutzungsumfang und Fundhäufigkeit laut damaligen Landeskonservator Dr. Klaus Schwarz aus München, nicht auszuschließen ist das der Turmberg während der Hallstattzeit den Staffelberg an Bedeutung sogar überragte.



Neolithische Revolution
Neolithische Revolution

Die Besiedelung des Turmbergs beginnt nachweisbar Spuren von Menschen gibt es am Turmberg

ab ca 2000 vor Christus.

Die Besiedelung des Turmbergs ist ab ca 1000-800 vor Christus in der Urnenfelderzeit nachweisbar.

Zuvor haben mit der Neolithisierung, durch Immigration, Ackerbau und Viehzucht Einzug in Mitteleuropa gehalten. Immigranten aus dem Karpatenbecken brachten, laut dieser Vermutung, 7500 v. Chr. sowohl ihre Tiere als auch ihre Pflanzen mit. Diese These wird durch genetische Untersuchungen gestützt. Sie zeigen aber auch das wohl weder die bis dato vorherrschenden Jäger und Sammler noch die sie ersetzenden Immigranten der Ursprung der heutigen Bevölkerung sind.

Die Wildbeuter und Feldbeuter (eine andere Bezeichnung für Jäger und Sammler) vermischten sich interessanterweise wohl nicht sehr stark mit den einwandernden, sesshaften Bauern. Stattdessen lebten beide Gruppen noch bis zu 2000 Jahre in getrennten Kulturen nebeneinander. Am Ende dieses Prozesses steht der Bevölkerungsaustausch bei welchem die Bauern die Jäger ersetzten. Es gibt auch Berichte von teilweiser Vermischung ( Quelle: 2000 Years of Parallel Societies in Stone Age Central Europe // Science Magazin Vol 342 25 October 2013). Die Frauen der Jäger und Sammler heirateten in der Region um Hagen in NRW die Männer der sesshaften Kultur, aber selten umgekehrt. Vielleicht galt dies als sozialer Abstieg oder die Sesshaftigkeit war einfach angenehmer.

Der Artikel (Quelle: 2000 Years of Parallel Societies in Stone Age Central Europe // Science Magazin Vol 342 25 October 2013) endet mit:

(Anmerkung: Ursprünglich hatte ich das Zitat aus dem Englischen übersetzt, mittlerweile fand ich aber den deutschen Artikel und habe daher das Zitat im Original. Den deutschen Artikel kann ich auch sinnvoll verlinken, beim science Magazine war er kostenpflichtig.)

Es muss jedoch offenbleiben, ob das von uns vertretene »Parallelgesellschaften-Modell« auch für andere Regionen im neolithischen Europa anzunehmen ist. Die Funde aus der Blätterhöhle liefern jedoch den bislang deutlichsten Beleg dafür, dass Jäger-Sammler-Populationen wesentlich länger überlebt haben, als ursprünglich angenommen.


Insgesamt ist dieser ganze Vorgang aber sehr komplex und je nach Region wohl auch recht unterschiedlich. Die Einwanderung oder vielleicht auch Landnahme durch die bäuerlichen Kulturen erfolgte mittels der “leapfrog colonisation”. Direkt übersetzt heißt das “Bocksprung Kolonisation” und bedeutet, dass eine Gruppe bewusst ein neues Gebiet kolonisiert. (also hinein springt...).

Eine Interessante Arbeit hierzu von Dr. Wolfgang Haak der Uni Mainz.




Linearbandkeramik

Linearbandkeramik
Quelle und Lizenz Urheber: Wolfgang Sauber

Stilprägend für die frühe landwirtschaftlich geprägte Gesellschaft in Mitteleuropa ist die Kultur der Bandkeramik oder auch Linearbandkeramik mit ihren charakteristischen tönernen Gefäßen. Aus dieser Kultur gibt es großflächig in ganz Mitteleuropa typische Funde. Man kann also von einer gewissen Einheit und Ähnlichkeit in der Bevölkerung und ihrer Lebensweise ausgehen. Vermutlich hatte diese komplexer werdende Gesellschaft schon ein Wirtschaftssystem. Dieses war ein Grund für den Erfolg und die Verbreitung der Kultur. Die Bandkeramik wird grob auf 5600-5000 v.Chr. datiert Diese Datierungen schwanken aber oft von Ort zu Ort.




Das Steinbeil von Reuth


Die ersten Funde am Turmberg von ca. 2000 v. Chr. sind Lesescherben und steinerne Splitter welche entstehen, wenn man zum Beispiel ein Steinbeil anfertigt. Am Turmberg selbst sind die Funde recht rar, in der näheren Umgebung gibt es aber durchaus Bedeutendes.

Ein früher Fund aus der näheren Umgebung ist zum Beispiel das Steinbeil von Reuth, datiert auf ca. 4000-2000 v Chr (Spätneolithikum).

Im Heimatbuch vom Markt Kasendorf von 1986 steht hierzu:

Dabei fand er 1926 60 bis 70 cm unter der Erdoberflache einen Diabasstein (wahrscheinlich “Amphibolit“ = Hornblendeschiefer - D.Sch.), der sich durch ein Gutachten des damaligen Hauptkonservators des Landesamts für Denkmalpflege in Würzburg, Prof. Dr. Georg Hock, als Steinbeil erwies. Dieses sogenannte “spitznackige“ Steinbeil mit gewölbten Breitseiten und leicht gekanteten Schmalseiten ist charakteristisch für das Spätneolithikum (= Jüngere Steinzeit, 4000 bis 2000 Jahre vor Chr.). Die Gesteinsart kommt in unserem Gemeindebereich nicht vor, der Stein könnte aber aus dem Raum Wirsberg/Kupferberg/Bad Berneck stammen.




Welchen Schluss zieht man nun daraus dass das Gestein des Beils hier nicht vorkommt, sondern nähestens am Rande des Fichtelgebirges?

Man kann spekulieren das es gehandelt oder getauscht wurde.

Man könnte auch annehmen dass es noch zu den Jägern und Sammlern gehörte. Diese wanderten weite Strecken auf der Suche nach den Wildherden. Vielleicht stellten sie das Beil in Bad Berneck her und trugen es mit sich nach Reuth bei Kasendorf.

Leider konnte ich nicht ausmachen ob man dieses Beil eher Bauern oder Jägern zuordnen kann. Von der ungenauen Datierung her könnten es sowohl Jäger als auch Bauern genutzt haben.

Wie und wann die Neolithisierung bei uns in der Region genau ablief konnte ich leider auch noch nicht zufriedenstellend in Erfahrung bringen, anhand der Datierung des Beils erscheint es mir aber als sicher das es nicht mehr zu Jägern und Sammlern gehörte




Das Hockergrab von Neudorf


Ein weiterer, sehr bedeutender Fund ist auch das Hockergrab von Neudorf.

Spätestens seitdem die Menschen sesshaft wurden müssen sie sich langfristig um ihre Toten sorgen. Sie bestatten ihre Toten nun meist an bestimmten Orten, also Friedhöfen. In der Archäologie dreht sich deshalb viel um Gräber und um Funde aus diesen. Wie auch beim Neudorfer Hockergrab.

Neudorf ist nur ca 1,5 km vom Turmberg Plateau entfernt und liegt, wie dieses auch, auf der Anhöhe. Das Hockergrab ist der erste schnurkeramische Grabfund in Oberfranken. Die Siedlungsfunde dieser Zeit sind gegenüber den Grabfunden unterrepräsentiert, da die Siedlungen wohl oft auf stark erodierenden Böden standen. Außerdem waren sie aus Holz und Ähnlichem gebaut, das Material ist also schon verwittert. Anhand von Bodenverfärbungen und anderen Hinweisen kann man aber die Pfostenlöcher noch ausmachen. Diese zu finden ist jedoch nicht einfach.

Mittlerweile gibt es aber genug Siedlungs- und Sachfunde (Pflüge, Räder Hinweise bzw. Reste von Pflanzen) welche belegen daß die Schnurkeramiker sesshafte Bauern und Viehzüchter waren.

Zum Ursprung und zur Ethnizität möchte ich Wikipedia zitieren:

Die meisten Sprachwissenschaftler gehen davon aus, dass die Schnurkeramiker die gemeinsamen Vorfahren der späteren Germanen, Balten und Slawen (die Nordgruppe der Indogermanen, die sogenannte Slawogermanische Gruppe), eventuell auch der Kelten und der Italiker waren, und damit die älteste Einwanderergruppe der indogermanischen Sprachfamilie in Mitteleuropa darstellen. Eine 2015 veröffentlichte genetische Studie von Forschern der Harvard Medical School in Boston stellte fest, dass die DNA von Angehörigen der Schnurkeramik-Kultur im Gegensatz zu den Vorgängern zu 75 Prozent mit der von Angehörigen der Jamnaja-Kultur übereinstimmt. Demnach muss es im 3. Jahrtausend v. Chr. eine massive Einwanderung von den südrussischen Steppengebieten nach Zentraleuropa gegeben haben.



Bei Neudorf fand man zunächst ein Grab aus der Hallstattzeit, darunter jedoch stieß Max Hundt 1932 auf ein “hockendes” Skelett eines Mannes. Bei ihm fand man verschiedene Beigaben. So zum Beispiel eine Streitaxt aus Amphibolit vom Typ der A- Äxte. Diese sind, neben der Keramik mit Schnurverzierung, eine Leitform, also ein kennzeichnender Gegenstand, der Schnurkeramik (ein veralteter Begriff für die Schnurkeramik ist auch Streitaxt-Kultur).



Des Weiteren fand sich eine knöcherne Gewandnadel mit Ringkopf, und eine Klinge aus Hornstein/Silex. Diese Klinge ist recht interessant, da ähnliche Klingen aus der Glockenbecherkultur bekannt sind, und diese war weitgehend zeitgleich zur Schnurkeramik, nahe Kasendorf gibt es aber keine Funde aus ihr.

Andreas Tillmann schreibt beispielsweise im Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, 1990. S. 80. :

In diesem Zusammenhang soll noch darauf hingewiesen werden, daß Silexdolche in weiten Teilen Mitteldeutschlands und der CSFR ein wichtiges Bindeglied zwischen dem ausgehenden Spätneolithikum und der beginnenden Frühbronzezeit sind. Als Arbeitsgerät findet sich in Männergräbern auch ab und an ein Rechteckbeil, wie es ebenfalls in späten schnurkeramischen Gräbern vorkommt. Sofern man also Einzelfunde zu begutachten hat, ist selten eine eindeutige Zuweisung möglich.


In Oberfranken begann die Bronzezeit ca. 1800 vor Christus. In Mitteleuropa allgemein datiert man den Beginn schon auf 2200 v Chr. Das Hockergrab wurde auf 2000 v. Chr. datiert. Aufgrund der typischen Funde (Streitaxt und Keramikscherben) ordnet man es der Schnurkeramik zu.




Die Urnenfelderkultur


Der Turmberg selbst scheint wohl noch keine besondere Bedeutung zu haben. Eine der InfoTafeln welche im Pfarrwald und am Turmberg die Besucher über die Vorgeschichte Kasendorfs informieren, berichtet auch das zwischen 2000v Chr und 1200 v chr. Funde am Turmberg fehlen.

Das ändert sich zur Urnenfelderzeit (ca 1300-800 v. Chr). Inzwischen beherrschten die Menschen die Metallverarbeitung (Bronze) und die allgemeine Bevölkerung wächst zunehmend. Die Gesellschaft zergliedert sich auch. Eine kriegerische Schicht nimmt hierbei wohl eine führende Rolle in der Gesellschaft ein. Es werden Waffen und Rüstungen mit in die Gräber gelegt. Der zunehmende kriegerische Charakter zeigt sich auch in den oft befestigten Höhensiedlungen. Die Handwerker spezialisieren sich zunehmend.

Ab ca. 1000 v Chr. weiß man von einer vermutlich unbefestigten Siedlung auf dem Turmberg. Im Umfeld des Turmbergs findet man zum Beispiel im Industriegebiet von Kasendorf einen Friedhof aus der Urnenfelderzeit.

Hier zeigt sich auch die namensgebende, neue aufgekommene Sitte der Urnenfelderkultur: Das Verbrennen des Leichnams und das Bestatten des Leichenbrandes (Asche des Verbrannten) in einer Urne.


Wie ja auch das Hockergrab zeigt wurden die Toten bisher oft einzeln und in Hügeln bestattet. Wobei das Hockergrab hier ein Beispiel aus der Schnurkeramik (Endneolithikum/Jungsteinzeit) ist. Wir kennen in der Umgebung aber auch viele meist verschleifte Hügelgräber aus der Bronzezeit.

Beim Hockergrabritus aus der Schnurkeramik waren die Beine der auf der Seite liegenden Toten angezogen. Diese hockende Stellung war bipolar.: Die Toten liegen meist in der Ost-West Achse. Während die Männer rechtsseitig mit dem Kopf nach Westen liegen, ruhen die Frauen linksseitig mit dem Kopf gen Osten. Sie blicken also beide nach Süden.

In der mittleren Bronzezeit kennen wir den Grabhügel (Tumulus) als Bestattungsform. Viele dieser Gräber wurden zum Beispiel durch Feldbearbeitung oder Baumaßmahen eingeebnet, zerstreut und sind heut nicht mehr einfach erkennbar. Im Allgemeinen dominierte in Mitteleuropa die Körperbestattung vor der Brandbestattung. Als Beigaben gibt es oft Nadeln und Schmuck, bei Männern auch Waffen.

Zur Urnenfelderkultur kommt es nun in Mode die Verstorbenen zu verbrennen und dann in Urnen oft ebenerdig, also ohne ein Loch zu graben, beizusetzen.

Diese Gräber bildeten häufig ganze Friedhöfe welche nun zunehmend in den Tälern liegen.

Hügelgräber, unweit von Kasendorf, zur gleichen Zeit auf der Höhe des Prelitz angelegt zeigen jedoch das es unterschiedliche Riten nebeneinander gab. Funde der Hügelgräber auf dem Prelitz datieren um 1200 v. Chr.

Solche Urnengräberfelder konnen auch sehr groß werden, in Niederösterreich gibt es eines mit 400 Gräbern.


Dieter Schmudlach beschreibt auf der Seite www.Landschaftsmuseum.de die Notgrabung 1982 im Industriegebiet von Kasendorf.

Die Firma Hocka wollte im besagten Jahr ihren Parkplatz erweitern. Bei den Planierungsarbeiten wurden Steine, Scherben und Asche freigelegt welche von Schmudlach entdeckt wurden. Aufgrund seiner Beobachtung wurde eine einwöchige Notgrabung unter Leitung von Frau Rosemarie Feger durchgeführt. Man fand 9 Brandbestattungen und eine Körperbestattung eines Kindes.

Die relativ kleinen Grabhügel gehören in die Zeit von 1200- 750 v. Chr.

Nahe des Industriegebietes findet sich auch eine Siedlung aus der Urnenfelderkultur.


In der Urnenfelderzeit unterscheiden sie die Gräber auch voneinander: Es gab oft Einzelgräber, aber auch Doppelgräber mit zwei Urnen. Oftmals gab es mehrteilige Keramikservices als Beigabe und schützende Steinplatten waren auch keine Seltenheit.

Nun habe ich zwar keine eindeutige Quelle als Stütze für folgende Behauptung gefunden, aber aufgrund der Nähe zum Turmberg kann man wohl von einem Zusammenhang der beiden Siedlungen ausgehen. Wie dieser ausgesehen haben mag bleibt wohl Spekulation. Vielleicht diente der Turmberg als Rückzugsort weil er leichter zu verteidigen war, oder er beherbergte eine religiöse Stätte. Möglicherweise war er auch der Sitz der Anführer und verdeutlichte die Hierarchie. Es ist auch denkbar dass all diese Aspekte zusammen eine Rolle spielten, oder eben auch keiner von ihnen. Ob Beide Siedlungen auch exakt zeitgleich existierten weiß ich nicht sicher, es ist also auch möglich das die Bevölkerung einfach umgezogen ist.

Bipolare Hockerbestattung zur Schnurkeramik
Bipolare Hockerbestattung zur Schnurkeramik


Etagengefäß vom Industriegebiet Kasendorf
Etagengefäß vom Industriegebiet Kasendorf
Aus dem Museum auf der Plassenburg




Die frühen Wurzeln eines Volkes


In der Urnenfelderkultur liegen auch die frühen Wurzeln eines Volkes welches große Bedeutung für den Turmberg (und ganz Europa) hatte und um welches es hier später auch ausführlicher gehen wird: Die Kelten. Von einer Kultur spricht man wenn elementare Gemeinsamkeiten gegeben sind. Regeln, Gewohnheiten und Sprache sind nur einige solcher möglichen Bindeglieder von Menschengruppen. In der Vorgeschichte gilt für die Kulturen,und auch für die Kelten das es nicht ein Volk oder Staatenbund im heutigen Sinne ist, sondern eher einzelne große Sippen oder Verbände. Hier sei auch erwähnt dass so etwas wie feste punktgenaue Grenzen nicht existierten. Man hatte eher Herrschaftsbereiche. Vielleicht schufen die Römer mit dem Limes eine der erste feste und eindeutige Grenze (von Flüssen etc. mal abgesehen)?

Aus der Urnenfelderkultur geht die Hallstattkultur fließend hervor. Mit dieser werde ich den zweiten Teil um den Turmberg beginnen

Für Anregungen Ideen und Ergänzungen sind wir dankbar

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