Der Fritz-Hornschuch-Naturpfad


Der ehemalige Aufbau Der Pfad heute Geologie nach der Geologie Karte



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“Klein Berchtesgaden” Oberfrankens, ein weltlicher Wallfahrtsort und einzigartige landschaftliche Schönheit, so beschreibt Georg Schwarz Kasendorf in der “Heimatbeilage Nr. 127 zum Amtlichen Schulanzeiger des Regierungsbezirks Oberfranken”.


Er berichtet hier über den Fritz-Hornschuch-Naturpfad, einen Wanderweg und Lehrpfad der um Kasendorf führt. Welche Bedeutung dieser Lehrpfad bei seiner Eröffnung einnahm schildert Schwarz folgendermaßen:


Am Samstag, dem 31. August 1936 konnte der 1. Teil des Naturpfades eröffnet werden, der dann bald nach dem weiteren Ausbau rund um Kasendorf geführt wurde. Der Pfad wurde wegen seiner einzigartigen landschaftlichen Schönheit und seiner außerordentlichen interessanten Erscheinungen zu einer Sehenswürdigkeit, lockte Hunderte, ja Tausende von Naturfreunde aus nah und fern an, die an Sonn- und Werktagen diesen Weg bewanderten. Aus ganz Süddeutschland erklang das Lob des von Max Hundt errichteten Naturpfades. Kasendorf wurde zu einem weltlichen Wallfahrtsort. Die Zahl der Übernachtungen in dem Marktort nahm um 230 Prozent zu. Der Pfad trug sichtlich dazu bei, daß Kasendorf auch in der Folgezeit das Reiseziel vieler Menschen wurde.


Die Geschichte des Fritz-Hornschuch-Naturpfades


Der lehrreiche Wanderweg ist der erste Naturpfad Oberfrankens und einer der ersten in Deutschland. Einzigartig machten ihn auch die Hinweistafeln, welche den Wandernden die Vor und Frühgeschichte Kasendorfs und die dazugehörigen Ausgrabungen näher brachten.


An vielen dieser Ausgrabungen war der Kulmbacher Lehrer und Oberstadtschulrat Max Hundt in den 30er Jahren maßgeblich beteiligt. So leitete Hundt zusammen mit Prof. Dr. Georg Hock im September 1935 einen Kurs des Lehrerverbandes, welcher die Vorgeschichte behandelte. An diesem nahmen mehr als 60 Lehrer aus ganz Bayern teil. Im Rahmen dieses Kurses wurden auch Ausgrabungen vorgenommen, welche zur Folge hatten das Kasendorf von vielen Interessierten besucht wurde.

Es war naheliegend, diesen Besuchern die Forschungen anhand von Tafeln und Bilder an den Grabungsstellen näher zu bringen. Die Initiatoren waren hier die Kulmbacher Max Hundt und Rektor Hans Edelmann sowie die Kasendorfer Karl Jahreiß und Hauptlehrer Oskar Kaufmann.

Die Nationalsozialisten versuchten damals die Grabungen politisch auszunutzen, was Max Hundt auf keinen Fall zulassen wollte. Der Streit gefährdete sogar die Weiterführung der Grabungen. Um die Grabungen zu retten, übernahm der spätere Namensgeber, Geheimrat Dr. Ing. Fritz Hornschuch, die anfallenden Kosten.

Das große Interesse der Bevölkerung an den Grabungen kann man als ambivalent beschreiben: Einerseits ist das Interesse an der Heimatkunde und Geschichte des Ortes sehr erfreulich, andererseits hielten die Besucher die Grabungen auf und verzögerten die Arbeit. So kam Max Hundt dann auf die Idee, einen Naturpfad anzulegen der Tourismus, Erholung und Bildung in sich vereinen konnte. Wie Hundt berichtete wollte Hornschuch aus Bescheidenheit eigentlich nicht als Namensgeber dienen. Als Hundt jedoch anmerkte, dass dann eventuell die Nationalsozialisten auf den Namen Einfluss nehmen könnten, stimmte er doch zu.


Der damalige Aufbau und Verlauf des Naturpfades


Ursprünglich hatte der Pfad 4 Teilstücke, welche insgesamt um Kasendorf herumführten. Von diesen Abschnitten führten jeweils Abkürzungen direkt nach Kasendorf sodass man jedes Stück auch für sich wandern konnte.


Teil 1 damals


Der Start war praktischerweise am Bahnhof, so konnten Besucher gleich nach ihrer Ankunft mit der Wanderung beginnen. Die nächste Station war dann im Pfarrwald mit dem Hügelgräberfeld. Hier traf man zum ersten mal auf erlebbare Zeugnisse aus der Frühgeschichte und die dazu passenden Infotafeln.



Nach dem Pfarrwald kam der Anstieg auf den Prelitz. Hier durchschreitet man die Schichten des Juras, eine gute Gelegenheit, um den Wanderern die Geologie der Gegend zu erläutern. Auf der Höhe des Prelitz betrat man dann das “Lindlein” welches damals weitestgehend frei von Bäumen war und in alle Richtungen eine fantastische Aussicht bot.


Unten im Tal sah man auf den zurückliegenden Weg mit dem Pfarrwald, dahinter erstreckt sich das Maintal. Unweigerlich fiel dem Betrachter dann Kulmbach mit der Plassenburg ins Auge, und schließlich im Osten das Fichtelgebirge mit seinen größten Bergen Ochsenkopf und Schneeberg. Im Nordosten, hinter Kulmbach, blickte man bis zum Döbraberg des Frankenwaldes.



Im Süden liegt Kasendorf mit der Kilianskirche (bzw. Johanneskirche) und dem Magnusturm der auf dem markanten Turmberg seine Wacht über den Ort hält. Noch war die Bewaldung am Turmberg niedrig und Lückenhaft, heute ist er stark bewachsen, an der Kasendorfer Seite ist der Blick auf dem Turm und Teile des Plateaus aber frei geschnitten, sodass man ihn auch heute wieder vom Lindlein aus gut sehen kann.




Es ist wichtig zu wissen, dass damals deutlich weniger Bäume den Blick versperrten. Zu großen Teilen kann man zu dieser Zeit nicht mal von einer Bewaldung sprechen. Heute kann man nur selten einen Blick auf Kasendorf erhaschen. Wenn die Bäume wenig Blattwerk tragen, kann man heute noch erahnen wie toll die Aussicht gewesen sein muss. Vor allem der Prelitz war weitgehend frei von Bäumen. Nicht nur der Blick vom Weg in Richtung Kasendorf hat sich dadurch, wie ich finde nachteilig, verändert. Ebenso hat sich natürlich das Bild der überschwellig gelobten Landschaft des “Klein-Berchtesgaden Oberfrankens” gewandelt. Heute erblickt man an und auf den Steigungen der Höhenzüge ausschließlich Wald. Früher waren hier teils die schroffen Kalkfelsen zu sehen die wohl auch aus dem Magerrasen hervorragten (ich vermute es war Magerrasen, ist aber schwer zu erkennen). Am Ende dieses Abschnitts, wo der Pfad die Straße nach Zultenberg auch heute noch kreuzt, endet der erste Teil des Naturpfades. Neben dem Pfarrwald lag der Schwerpunkt auf der Geologie und der viel gelobten Aussicht.


Teil 2 damals



Im zweiten Teil trifft man zunächst auf das Felsentor.

Thematisch widmet sich dieser Teil den Pflanzen sowie der Prosa und Lyrik. Vor allem die deutschen Märchen standen im Vordergrund. Es gab sogar eine Märchenkanzel, in welcher Märchen zum lesen bereit gelegt wurden. Auch für die Lyrik gab es Kästen mit Glasscheiben. Neben den Schriften gab es wohl eine stattliche Zahl von Märchenfiguren welche diesem Abschnitt seinen Namen, Märchenwald, verschafften. Die Pflanzenwelt wurde mit kleinen Schildern (vermutlich auch an den anderen Teilen des Pfades) erklärt. Diese Schilder wurden oft von Jahreiß und Kaufmann aktualisiert. Angeblich war dies der Lieblings Abschnitt der Jugend. Zur Einweihung des zweiten Teiles möchte ich das Kulmbacher Tagblatt vom 24. 8 1936 zitieren (ich habe das Zitat aus dem Heimatbuch):


Zu der Eröffnungsfeier hatten sich neben den Vertretern der Partei und ihrer Gliederungen sowie der in Frage kommenden Gemeindebehörden, der Schule und Kirche, Herr Geheimrat Dr. Hornschuch mit Gemahlin eingefunden, der durch seine warmherzige Förderung die Anlegung diesesNaturpfades erst ermöglichte. Außerdem waren noch eine stattliche Anzahl von Mitgliedern des Vereins Natur und Heimat Kulmbach sowie Naturfreunde und Heimatforscher zugegen, zu denen sich ein Teil der Einwohnerschaft von Kasendorf und dessen Schuljugend gesellte


Den Verlauf des Pfades kann man anhand der Beschreibungen ganz gut rekonstruieren. Er verlief bei den Reuther Waldungen am Rand des Hanges entlang. (Heute auch wieder, dazu später mehr.) Der zweite Teil begann wo der erste Teil endete, also an der Kreuzung mit der Straße nach Zultenberg. Man überquerte die Straße und gelangte zum Felsentor, welches auch steinernes Tor genannt wird.



Der zweite Teil des Pfades endete dann in Reuth am Fußweg nach Kasendorf. Diesen Fußweg, als “Hohlweg” bekannt, gibt es auch heute noch. Der Märchenwald war am Ende des zweiten Abschnitts, vielleicht knapp hundert Meter bevor der Pfad auf den Hohlweg trifft. Heute ist dort nur noch eine Bank, von welcher man damals noch auf Kasendorf und den Prelitz blicken konnte. Gegenwärtig verhindern Bäume die ehemals schöne Aussicht. Lediglich im Winter und Frühjahr, wenn es noch keine Blätter gibt, kann man den Blick von damals erahnen. Allerdings stören auch im Winter noch die Baumstämme.

Im zweiten Weltkrieg nahm der gesamte Naturpfad großen Schaden. Nach dem Krieg wurde er teilweise wieder errichtet, der Märchenwald wurde aber ausgespart. Hier zitiere ich abermals Schwarz, welcher in der Heimatbeilage schrieb:

Der mittlere Teil des Naturweges, der an der Reuth lag, zum “Sonnentempel” führte, beim Volke wegen der an seinem Weg aufgestellten Märchengruppenbilder und Zwerggestalten auch “Märchenwald” hieß, konnte nicht mehr hergestellt werden, weil einzelne Grundstücksbesitzer von Reuth den Durchgang durch ihre Wälder verweigerten und bereits angelegte Treppen und Wegstücke wieder beseitigten. Der Abschnitt muss daher ausgelassen werden.


Heute führt der Weg wieder am Felsentor entlang.


Teil 3 damals



Der dritte (und auch der vierte) Abschnitt wurden erst ein Jahr nach den ersten beiden fertiggestellt. Dieser dritte Abschnitt beginnt in Reuth. Der Weg führte dann zum Sonnentempel. Hier kommen zwei Wege in Frage: man kann nahe Reuth zum Sonnentempel abbiegen ohne den Weg nach Kasendorf allzu weit bergab gehen zu müssen. Dann kommt man oberhalb des Sonnentempels an. Der andere Weg führt fast bis nach Kasendorf und dann oberhalb des alten Steinbruchs entlang zum Sonnentempel, zu welchem man dann wieder aufsteigt.


Auch hier hatte man wieder eine fabelhafte Aussicht, die auch heute noch sehr ansprechend ist. Dennoch muss man erwähnen das auch hier gilt dass die Bäume weniger und niedriger waren. Was dazu führte dass die Sicht auf den und vom Sonnentempel wohl noch eindrucksvoller war. Man hatte einen tollen Blick auf den gesamten Kessel des Friesenbachtals. Über den Sonnentempel ist eine Aussichtsplattform auf eine Felsklippe gebaut. Weiter unten steht der Sonnentempel, der wohl damals schon der zweite Sonnentempel war. Er wurde von zwei engagierten Kasendorfern, SchreinermeisterFritz Schneider und dem arbeitslosen Zimmerer Ferdinand Richter 1948/49 in Eigeninitiative und unentgeltlich neu errichtet. Vom Sonnentempel steigt man wieder die Treppe hinab und folgt dem Pfad an den Höhen des Friesenbachtals entlang. Man näherte sich der Friesenquelle. Diese große Karstquelle lädt zu einen Abstecher abseits des Pfades ein.

Der dritte Teil endet hinter dem südwestlichen Rand des Festplatzes von Kasendorf.


Teil 4 damals



Der vierte Teil führt auf den Turmberg. Über den Turmberg und seine bedeutungsvolle Geschicht gibt es gleich mehrere Artikel auf dieser Internetseite.

Der Naturpfad führt zunächst durch die beiden ehemaligen, westlichen Tore der beiden Wallanlagen. Wieder erklären Infotafeln die Geschichte der Region. Am inneren Wall entlang geht es vom Tor zum Turm. Er ist der letzte Aussichtspunkt des Naturpfades.


Die Wanderer konnten nochmal den Verlauf des zurückgelegten Weges betrachten, der sich um das Kasendorfer Tal schlängelt. Der Pfad endet, wo er begann, am Bahnhof in Kasendorf.



Nach dem zweiten Weltkrieg


Im 2. Weltkrieg verfiel der Lehrpfad. Max Hundt ging nach 1945 mit Hilfe vieler Helfer daran den Pfad wieder instand zu setzen. Auch der Namensgeber half wieder finanziell. Es wurden aber nur der erste und dritte Teil wieder aufgebaut. Wie schon erwähnt wurde der Märchenwald, also Teil zwei des Pfades, wegen dem Widerstand von Grundstückseigentümern nicht wieder errichtet. Am 28. August 1949 feierte man die Neueröffnung. Der Gesangsverein “Liederkranz” Kasendorf, die Naturfreunde Kulmbach und der Touristenverband nahmen, neben vieler Heimatfreunde an der Feier Teil. Die beiden Kasendorfer Betreuer des Pfades, Kaufmann und Jahreiß, führten anschließend die Besucher durch den Pfad.


Der Pfad heute



Auch heute gibt es den Naturpfad noch. Man kann alle vier Teile wieder begehen. Es hat sich aber schon einiges in den mehr als 80 Jahren seit der Gründung verändert. Der Märchenwald und die Pflanzenschilder fehlen heutzutage beispielsweise. Wie schon mehrmals erwähnt hat auch die Attraktivität der Landschaft durch die Bewaldung und am Prelitz vielleicht auch durch die Bebauung gelitten. Der Fritz-Hornschuch-Naturpfad ist nicht mehr so ausführlich wie in den 30er Jahren und deswegen auch nicht mehr so bekannt. Dennoch ist er heute noch informativ und erlebenswert. Aufgrund der Heimatforschung bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts bietet der Naturpfad, vor allem in Blick auf die Geschichte, heute mehr Informationen als früher. Auch die Tafeln zur Geologie sind sehr lehrreich und interessant.

Hier möchte ich Dieter Schmudlach besonders erwähnen. Der ehemalige Konrektor der Volksschule Kasendorf ist einer der bedeutendsten Heimatforscher die Kasendorf kennt. Herr Schmudlach war lange Kreisheimatpfleger und wurde wegen seinem Engagement mehrmals ausgezeichnet. 2006 bekam er den Archäologiepreis, 2009 folgte das Bundesverdienstkreuz. Er war es auch der die Tafeln zur Vor und Frühgeschichte überarbeitete und die zur Geologie komplett neu erstellte.

Der Pfad beginnt nicht mehr am Bahnhof, denn dieser existiert nicht mehr. Hier ist nun ein Radweg an Stelle der Gleise entstanden welcher nach Thurnau und Kulmbach führt. Kurz vor dem Pfarrwald ist jedoch eine Hinweiskarte die man als Startpunkt wählen könnte. Als ich vor kurzem Bilder im Pfarrwald für diesen Artikel machte, sah ich das an dieser Karte auch eine Bank mit Tisch gebaut wird. Es sah auch so aus als würde der (sehr) kleine Wanderparkplatz ausgebaut werden. Das macht diese Stelle zu einem guten Start und Endpunkt. Im Folgenden gehen wir den Pfad nochmal aus heutiger Sicht durch, wobei ich die wichtigen Stationen kurz beschreibe.


Eigenständige Artikel


Für einige Sehenswürdigkeiten gibt es eigenständige, ausführlichere Artikel. Es sind auch noch mehr solcher Artikel in Arbeit oder in Planung. Da es hier passt verlinke ich sie in einem Menü. Man öffnet oder schließt es indem man auf den grünen Button klickt


Pfarrwald




Im Pfarrwald findet sich ein großes Hügelgräberfeld aus der Hallstattzeit (ca. 700-450 v.Chr.) und der darauf folgenden Frühlatènezeit die im 4. Jhdt v. Chr. endete. Über diese Zeit und ihre Vorgängerkulturen kann man auch in den Turmberg Artikel 1 und Artikel 2 lesen.

Der eisenzeitliche Friedhof umfasst 78 Grabhügel verschiedener Größen. Das Pfarrholz ist ein Laubwald. Buchen, Birken und Haseln breiten ihr grünes Blattwerk aus. Sie werden von mächtigen Eichen überragt zu deren Füßen je nach Jahreszeit Pilze, Blumen, Laub und Schnee den Boden abwechslungsreich bedecken. Die Sonne und auch der volle Mond zaubern lange Schatten über den Waldboden.

Beim Betrachten der Natur stößt man auf Rehe, Hasen und selten mal Sauen während viele Vögel mit ihrem Gesang oder Gekrächze auf sich aufmerksam machen. Die frische Luft riecht meist erdig und nach den Pflanzen des Waldes. Die Hügelgräber erheben sich wie sanfte Wellen aus dem Boden.


Der Pfad im Pfarrwald
Der Pfad im Pfarrwald

Ende des 19. Jahrhunderts wurden viele Hügel von der Spitze aufgegraben (“antrichtern”). Ihr Inhalt, also Schmuck, Waffen, Gefäße die Beigaben enthielten, Urnen mit Leichenbrand oder die Überreste von Körper-Bestatteten, wurden unzulänglich entfernt und zu Museumsschaustücken oder Ähnlichem.

1934 begann, wie schon erwähnt, Max Hundt mit Grabungen. Im Rahmen eines Lehrerferienkurses legte man, mit von Hundt entwickelten Grabungsmethoden, zwei Grabhügel, Nummer 10 und 19, frei und wertete die Grabungen gründlich aus. Der Hügel 19 wurde im freigelegten Zustand gelassen, hier zeugt nur noch der Steinkreis von der Grabstätte, Das Grab 10 wurde wiederhergestellt.


Je größer ein Hügel war, desto Größer war wohl auch der soziale Status des Bestatteten. Die Größe könnte auch Auskunft geben über die Größe vom Freundeskreis und der Familie. Beim Auswählen der beiden Gräber war man recht geschickt, denn Grab 19 ist eine Urnenbestattung, Grab 10 hingegen eine Körperbestattung.


Grab 19



Das Grab wird in die Stufe C der Hallstattzeit datiert. Dieses ist die ältere Hallstattzeit und somit auch die ältere Eisenzeit. Sie folgte auf die Urnenfelderzeit , aus welcher wir einen Friedhof im Industriegebiet sehr nahe am Pfarrwald kennen. Der Bestattungsritus war passenderweise sehr ähnlich. Der Leichnam wurde direkt vor Ort verbrannt. Die Urne und die Beigaben liegen ebenerdig in einer Grabkammer aus Holz, deren Decke mit Steinen belegt war. Das Holz war schon verwittert und die Steine hineingefallen. In der Kammer waren einerseits die Scherben der Urne und andererseits Scherben von 19 anderen Gefäßen, die bis zu 13 Liter fassten sowie eine Schälchennadel. Ich stelle mir das ziemlich unübersichtlich vor: Das Holz ist nur noch anhand von Verfärbungen zu erkennen, die Steine haben wohl die Gefäße zerschlagen und Erde ist auch nachgerutscht.

Die Kammer wurde bei der Bestattung zunächst mit einem kleineren Erdhügel bedeckt welcher dann Schicht um Schicht, vielleicht über Jahre hinweg wuchs. Um den vollendeten Hügel lagen Steine im Kreis. Die Ausgräber entfernten 400 Wagenladungen an Erde.


Grab 10



Das Grab datiert um 500 v. Chr. in die Hallstattstufe D (620-450 v. Chr.), ihr folgt dann die Latènezeit.

Hier hat sich der Ritus geändert, es ist keine Urnen-, sondern eine Körperbestattung. Das Skelett der 1,80 m großen und ca. 50-60 Jahre alten Frau wurde mit Bronzehalsring, Hohlohrringen und Gefäßen aus Ton gefunden. Die Gefäßscherben wurden untersucht und man fand Reste eines Gemisches aus Quark und Honig. Die Leiche lag in einem Steinkranz mit einer Lücke, vielleicht einem “Eingang”. Auch dieser Hügel wurde nach und nach aufgeschüttet.



Geologie - Jura


Der Weg führt durch verschiedene Schichten des Juras, welche von 17 geologischen Infotafeln erklärt werden. Im Pfarrwald standen wir noch auf Schwarzem Jura, beim Besteigen der Anhöhe auf den Prelitz durchschreiten wir den braunen Jura und stehen dann auf dem weißen Jura.

Der kommende Abschnitt widmet sich der Geologie. Da dieser Teil etwas länger wurde, entschloss ich mich Teile des Artikels ein und ausblendbar zu gestalten:



Zunächst ein paar Begriffe aus der Geologie


  • mya:   million years ago; eine Einheit welche vor X millionen Jahren bezeichnet
  • Fazies:  Gesteinseigenschaften die aus der Entstehung resultieren. Es sind also beschreibende Merkmale. Es kommt vom Wort facies welches Gesicht bedeutet. Das Aussehen des Gesteins
  • Pangaea:   letzter Superkontinent, bis dato.

    Wortneuschöpfung von Alfred Wegener: Pan bedeutet universal, Gaia bedeutet Land/Erde; Pangea bedeutet Universallandmasse.

    Pangea entstand 300 mya im Karbon und vereinigte alle Landmassen. Er zerfiel im Jura, 150 mya was für diesen Artikel natürlich interessant ist. Der Zerfalls setzt ab der späten Trias ein. Zunächst war der Südteil, Gondwana betroffen.

    Tethys, das Urmeer im Osten Pangeas, öffnet sich, durch das Auseinanderdriften von Gondwana und Laurasia, im Westen. Der Zentral und Südatlantik reißen ebenfalls auf

  • Thetys:  Urmeer im Osten Pangeas
  • Gondwana:  Hälfte Pangeas im Süden; zerfällt in Südamerika, Afrika, die Antarktis, Indien und Australien
  • Laurasien:  Hälfte Pangeas im Norden; zerfällt in Nordamerika, Europa und Asien
  • Trias:  252-201 mya
  • Jura:  201-145 mya

    Unterjura = schwarzer Jura =Lias vor 200 - 174 mya
    Mitteljura = Brauner Jura = Dogger vor 174-163,5 mya
    Oberjura = weißer Jura = Malm vor 163,5 - 145 mya
  • Kreide:  145-66 mya


Was ist der Jura


In der Erdgeschichte haben sich immer wieder Schichten abgelagert und auch abgetragen. Wenn man den Umstand bezeichnen will, unter welchen die Ablagerungen entstanden, so kann man die Ablagerungmilieus nennen.

Es gibt sehr viele solcher Milieus, ich nenne hier nur eine Auswahl:

  • terrestrisch: auf dem Land entstanden
  • marin: unter Mitwirkung eines Meeres
  • tidal: durch die Gezeiten
  • deltaisch: Ablagerungen in Flussdeltas
  • brackisch: auf Brackwasser bezogen; also Gewässer mit Salzgehal, aber weniger Salz als in den Ozeanen etc.
  • glazial: in Zusammenhang mit Gletschern

Diese Schichten werden nun, ganz stark vereinfacht, passend zu ihrer Entstehungszeit bezeichnet. Die Schicht, welche sich im Jura abgelagerte nennt man zum Beispiel Jura. In diesen Schichten findet man dann natürlich auch Reste aus dieser Zeit, die Fossilien.

Durch Verschiebungen und Verwerfungen, welche zum Beispiel durch Plattentektonik entstehen, können sich diese Schichten dann so verschieben, dass sie sich nicht mehr in ihrer ursprünglichen zeitlichen Anordnung befinden. Eine ältere Schicht kann so über eine jüngere gelangen, sogar schief liegen bleiben oder andere Schichten umschließen. Es ist Bewegung in der ganzen (Erd)Geschichte.


Zwei Beispiele für Verwerfungen (auch als Sprung oder Bruch bezeichnet) werden auf der Tafel 8 genannt:

Die Kulmbacher Störung:

Der Buntsandstein des Unter-Trias sollte eigentlich unter den Keuperschichten des Ober- und Mittel-Trias liegen. Dem ist aber bei der Kulmbacher Störung nicht so. Die beiden Schollen der Verwerfung sind auf bis zu 1000 Meter Höhe (Sprunghöhe) gegeneinander verschoben. So kommt es dazu, das die niedrigere Buntsandsteinschicht auf der einen Seite der Verwerfung höher als die Keuperschichten der anderen Scholle ragt.


Die Jurarandspalte:

Sie verläuft am Fuß der Fränkischen Alb entlang und hat eine Sprunghöhe von 50 Metern. Auf dem Prelitz liegen die Schichten des Doggers höher als die Schichten des weißen Jura z.B. bei den alten Steinbrüchen am Hohlweg von Kasendorf nach Reuth.


Durch Korrosion und Erosion können die Schichten auch abgetragen werden. In der Regel werden härtere Schichten langsamer abgetragen als brüchige oder weiche. Ton und Mergelschichten werden also schneller verschwinden als ein Kalksteinfelsen. Das erklärt auch die typischen Jura Landschaften in Franken.

Auf dem Jura lag und liegt teils noch die Kreide (145–66 mya) und zum Beispiel auch Lehm, Ton und Kies aus dem Tertiär (66-2,6 mya). Um Großenhül findet man beispielsweise diese Schichten aus dem Tertiär. Kreide findet man z.b. direkt in Buckendorf oder auch etwas weiter nordwestlich von Schirradorf. Diese Schichten wurden dort noch nicht abgetragen weil sie geschützt z.B. in Gruben lagen, und sind deshalb noch vorhanden.

Zwischen den Schichten des Juras finden sich auch Tonschichten welche Quellhorizonte bilden können.



Der Jura, dessen Name passenderweise vom Keltischen kommt und Waldgebirge bedeutet, entstand durch marine Sedimente des Urmeeres Tethys, welches im Osten des Riesenkontinents Pangea lag. Pangea löste sich weiter auf und zerbrach in Gondwana im Süden und Laurasia im Norden.

Wenn wir die heutigen Kontinente und Länder zuordnen wollen, so waren Südamerika, Afrika, die Antarktis, Indien und Australien in Gondwana vereint. Laurasia bestand aus Nordamerika, Europa und Asien.

Tethys, das Urmeer im Osten Pangeas, öffnet sich durch das Auseinanderdriften von Gondwana und Laurasia gen Westen. Der Zentral- und Südatlantik reißt ebenfalls auf. Die Meere teilen nun zunehmend die Landmassen. Es entstehen kleinere neue Kontinente.

Im Übergang vom Trias zum Jura steigt der Meeresspiegel. Das Jurameer, ein Randmeer von Tethys, überschwemmt große Teile Süddeutschlands. Das Meer war flach und hatte Inselgruppen.


Zerfall Pangeas
Zerfall Pangeas


Betrachten wir die einzelnen Schichten des Jura:


  • Unterjura = schwarzer Jura =Lias vor 200 - 174 mya

  • Mitteljura = Brauner Jura = Dogger vor 174-163,5 mya

  • Oberjura = weißer Jura = Malm vor 163,5 - 145 mya

Die Begriffe Lias, Dogger und Malm wurden alle von englischen Steinbrucharbeitern geprägt und von Oppel 1856 in die Literatur eingeführt. “Lias” kommt von “Layers” also “Schichten”. Dogger steht für eisenhaltigen, deswegen sehr bräunlichen, Sandstein. Malm, bzw Malm Brick, bezeichnet einen weicheren, krümeligen, grauweißer Kalkstein.

Die ganzen Namensgebungen sind teils noch mehr zerfasert und werden in unterschiedlichen Regionen verschieden genutzt. Wikipedia berichtet zum Beispiel, dass Dogger als Begriff für den braunen Jura Süddeutschlands nicht mehr benutzt werden sollte. Allerdings hat sich der Begriff schon stark eingebürgert. Ich denke das man bei sehr wissenschaftlichen Arbeiten (Bücher über Geologie, Dissertationen etc.) die Begriffe vielleicht exakt getrennt benutzen sollte, in der Alltagssprache führt das aber nur zur Verwirrung.


Schwarzer Jura (Lias)



Das Jurameer war in Mitteleuropa maximal nur etwa 150 Meter tief. Es gab zwei entgegengesetzte Strömungen. Wärmeres, somit leichteres Wasser floss an der Oberfläche nach Norden. Das kältere, auch salzhaltigere, Wasser im Norden floss am Grund entlang nach Süden. Es bildeten sich getrennte Wasserschichten. Sie waren so stabil, dass die untere Schicht teils von Frischwasser und somit auch vom Sauerstoff isoliert war. Auch in flachen Buchten war der Wasseraustausch eingeschränkt und schlecht durchlüftet. Es entstand Sapropel, ein lebensfeindlicher Faulschlamm. In diesem konnten die Meeresbewohner nicht leben. An der besser belüfteten Oberfläche hingegen schon.

Die herabsinkenden organischen Stoffe wurden in Bitumen und Pyrit umgewandelt und gaben den Ton- und Mergelschichten am Boden die dunkle Farbe, die namensgebend für den schwarzen Jura ist.

Da sich am Boden keine Bakterien oder Aasfresser halten konnten blieben einige herab gesunkene Kadaver recht gut erhalten.

Auf Tafel 4 berichtet Schmudlach zum Beispiel von Fischresten nahe Lindenberg und Thurnau, und von Saurierknochen aus der Lehmgrube bei Mistelgau.

Im zweiten Weltkrieg versuchte man nahe Mistelgau Petroleum aus “Ölschiefer” zu gewinnen(allerdings nicht per Fracking). Die Ausbeute war angeblich bei bis zu acht Prozent.

In Süddeutschland misst die Lias Schicht bis zu 80 Meter, in Norddeutschland kann sie 200 Meter erreichen. Hier ist sie auch Grundlage für Erdöllagerstätten der Nordsee.

Bei uns wird dieser schwere, nasse Boden des unteren Jura landwirtschaftlich oft nur für Wiesen genutzt, oder auch für die Herstellung von Zement und Ziegeln (Lehmgrube Mistelgau)


Brauner Jura (Dogger)



Im mittleren Jura hält die Transgression (Überschreitung / Überflutung) weiter an.

Ein Vorgang, welchen ich hier beispielhaft nennen will, ist die Überflutung des Vindelizischen Landes:

Die Vindelizische Schwelle, welche sich vom heutigen Süddeutschland bis in die heutige Schweiz entlang einer Linie südlich von Zürich, Augsburg und Regensburg erstreckte, bildete im Unterjura noch zusammen mit der Böhmischen Masse eine Insel. Im Mitteljura wird das Vindelizische Land von der Böhmischen Masse getrennt. Im Oberjura ist es komplett überflutet.

Global trennten sich Gondwana und Laurasia endgültig voneinander ab. Über ganz Mitteleuropa erstreckte sich ein Flachmeer mit starken Strömungen und heftigen Wellenbewegungen an den Küsten. Diese Turbulenzen sorgten dafür, dass viel Land ins Meer geschwemmt wurde. Auf diese Weise gelangte viel Eisen vom Land ins Meer, ein Umstand dem der Dogger seine braune Farbe verdankt. Man findet im Dogger Sandstein auch Eisenflöze. Das Erz hat dann einen Eisengehalt von 20 bis, im Extremen, 50 %, meist eher bis 40%.

An der Ostflanke des Kasendorfer Turmbergs sowie in der Röthelgrube bei Lindenberg wurden bis 1859 Eisenerze abgebaut und wohl in Sulzbach-Rosenberg verhüttet.

Der selten zur Landwirtschaft genutzte Doggerboden ist oft von Kieferwäldern bewachsen. Er neigt auch zu Rutschungen. Wenn er wegrutscht und der eventuell darüber liegende weiße Jura, nun ohne Halt, hinterher rutscht entstehen am Albrand Verflachungen.


Weißer Jura (Malm)



Im oberen Jura gab es bei uns marine Kalkablagerungen, welche eine Karbonatplattform(wiki) bildeten. Diese hatte Erhebungen (Schwellen), an welchen sich mächtige Schwammriffe voller Fossilien bildeten. (Muschel, Seeigel, Kiesel- und Kalkschwämme etc.) Das Jurameer hatte am Boden eigentlich viele Lebewesen, welche diesen Boden dann auch kräftig aufmischten, aber das Meer des Oberjura hatte auch ruhige Lagunen.

In diesen verdunstete das Wasser und übersalzte infolgedessen. Das Wasser am Boden war dann arm an Sauerstoff, was dort Leben verhinderte. Wir kennen ähnliche Vorgänge ja schon vom schwarzen Jura. In diesen Lagunen findet man dann sowohl Fossilien von Meeresbewohnern als auch von Landlebewesen. Das berühmteste Beispiel ist der Archaeopteryx (altgriechisch für “uralter Flügel”) der in Solnhofen gefunden wurde.

In den oberen Malmschichten findet man generell Fossilien. Man kann bei uns schon beim einfachen Steinelesen viele Fossilien finden. Die oberen Schicht wurde später auch durch Magnesiumsalze in körnigen, gelblich verwitternden Dolomit gewandelt, das kann man laut Tafel 9 bei Zultenberg beobachten.

Die unteren Schichten des oberen Jura werden vom Kalkwerk in Azendorf zu Zement und Kalk verarbeitet und (auch) in anderen Steinbrüchen zu Schotter gemacht.


Fossilien


die Tafeln 10-14 zeigen und erklären die Fossilien, die man bei Kasendorf finden kann. Fossilien sind versteinerte Reste von Lebewesen. Die des Oberjura lebten vor ca. 150 Millionen Jahren. Oft bestehen diese Fossilien aus den Hartteilen der Lebewesen, also zum Beispiel Schalen, Zähnen oder Knochen, ganz selten auch mal aus weicheren Teilen. Im schwarzen Jura haben sich wegen der Lebensfeindlichen Situation am Meeresboden teils sogar Hautteile fossil erhalten.

Es gibt aber auch Abdrücke und Ausfüllungen von Gehäusen die uns heute ein steinernes Bild der Tiere und Pflanzen vermitteln

Auf drei Fossilienarten gehen die Tafeln näher ein:


Ammoniten



Die Ammonitentiere ähneln dem heutigen Nautilus sehr stark. Es sind Tintenfische. Ihre Gehäuse hatten Kammern zu denen jedes Jahr eine weitere hinzu wuchs, die das Tier dann bewohnte. Die Linien, an welchen wir von außen die einzelnen Kammern ausmachen können nennt man “Lobenlinien”. Die Ammoniten schwammen rückwärts, sie saugten Wasser ein und stießen es wieder aus. So machten sie sich das Rückstoßprinzip zu Nutze.


Belemniten, die Teufelsfinger



Die Teufelsfinger können bis zu 50 cm lang sein, was aber eher selten ist. Es sind Überreste von Tintenfischen. Die Spitze aus Kalk war früher am Ende der Schale. Die Belemniten machen ein Fünftel der Gesamtlänge des Tieres aus. Auch sie nutzen das Rückstoßprinzip, wie die Ammoniten


Seeigel



von Seeigeln findet man Stache und Gehäuse. Da ein Gehäuse aber mehrere Stachel hat ist findet man mehr Stachel als komplette Gehäuse. Die Seeigel benutzen die walzenartigen Stachel zur Fortbewegung, mit ihnen stolzierten sie über den Grund des Jurameeres.


Verkarstung


Die Verkarstung ist, grob gesagt, das Lösen von Kalkstein im Wasser. Beim Verdunsten setzt sich der Kalk wieder ab, oft als Tropfstein.

Karst setzt eine gewisse Feuchtigkeit in einen Gebiet voraus, diese ist bei uns gegeben. Das Gestein muss durch Kohlensäure korrodierbar, also zersetzbar sein. Das trifft beim Kalk des oberen Jura zu.

Die Verkarstung verläuft folgendermaßen:

Zunächst reagieren Wasser und Kohlenstoffdioxid, welcher bereits vom Wasser aufgenommen wurde, und bilden Kohlensäure.

H2O+CO2 -> H2CO3

diese Kohlensäure reagiert mit dem Kalkstein, genauer gesagt mit dem Kalziumkarbonat.

Es entsteht Kalziumhydrogencarbonat

H2CO3 + CACO3 <-> CA(HCO3)2

Der Kalk ist nun gelöst und nicht mehr fest.

Diese Reaktion ist umkehrbar. Das Kalziumkarbonat kann wieder aus der Lösung ausfallen und dann Tropfsteine oder Travertin bilden.

Es entstehen Hohlräume, auch knapp unter dem Erdboden, diese können dann einstürzen und bilden Dolinen, also Einsturztrichter. In unserer Gegend gab es früher Dolinen, welche heute aber leider alle mit Schutt oder ähnlichem verfüllt sind.

Es bilden sich auch große Senken und Tropfsteinhöhlen wie sie in der fränkischen Schweiz vorkommen.

Eine andere Form des Verfalls ist die Verwitterung.


Verwitterung


Auffällig, ja charakteristisch für die Juralandschaft sind die spektakulären freistehenden Felsformationen.

Wasser, Sonne und Frost sorgen für die Erosion der Steine. Gewitterregen kühlt im Sommer das erwärmte Gestein abrupt ab, schon durch diese Temperaturwechsel können kleine Haarrisse entstehen. In diese tritt Wasser ein, welches sich bei Minusgraden ausdehnt. Genau genommen hat Wasser seine geringste Dichte bei 4 Grad (Anomalie des Wassers), ab diesem Wert dehnt es sich aus, egal ob es wärmer oder kälter wird. Ab 0 Grad gefriert es dann, und dehnt sich hierbei in der festen Form aus. Diese sprengt dann das Gestein. Übrigens schwimmt Eis weil das Wasser um 0 Grad eine größere Dichte hat als Eis. Wasser bei 0 Grad hat eine Dichte von 1 Gramm pro Kubikzentimeter, Eis bei 0 Grad hat eine Dichte von 0,92 Gramm pro Kubikzentimeter. Deshalb schwimmen Eisberge zu neun Zehnteln unter Wasser und zu einem darüber.

Zurück zu den Steinen.

Da die Schwammriffkalke schwerer verwittern als die gebankten Kalke kommt es oft zu den bizarren Formen, die man im Jura beobachten kann





Das Felsentor bei Reuth



Eine solche Form hat auch das Felsentor bei Reuth. Einige nennen es auch steinernes Tor, ich kenne es aus meiner Kindheit als Felsentor und nenne es deshalb recht stur auch so. Die Entstehung habe ich ja gerade beschrieben, deshalb zeige ich nur noch einige Bilder und verlinke den Artikel und den Google Maps Eintrag.

Nach dem Felsentor gelangen wir zum ehemaligen Märchenwald


Märchenwald



Auch hier halte ich mich kurz, da der Märchenwald und sein Schicksal ja im oberen Teil schon beschrieben wurden.

Wenn man heute Leuten von diesem Stück erzählt, so haben meist alle die Idee, die Märchenkanzel oder Lyrik- und Prosatexte wieder aufzubauen.

Es wäre eine Bank und wetterfeste Vitrinen oder Ähnliches nötig. Vielleicht kann man das mit den Grundstückseigentümern und der Gemeinde mal durchdenken. Möglicherweise finden sich auch Spender. Das Freischneiden der Aussicht, nahe der Bank wäre auch ein Gewinn.


Sonnentempel



Über den oberen Weg oder den unteren Weg am Steinbruch in Kasendorf entlang erreichen wir den Sonnentempel. Zum Steinbruch möchte ich sagen das hier früher ein Grillplatz mit einem Schwenkgrill stand welcher mit Ketten an einer Überdachung montiert war. Hier könnte ich mir auch vorstellen das etwas Ähnliches wieder gut ankommen würde.

Der Sonnentempel, mit dem darunterliegenden “Waldschrat” ist ein Aussichtspunkt von welchem man weit über Kasendorf blicken kann.

Der Sonnentempel wurde von zwei Kasendorfern, Schreinermeister Fritz Schneider und dem arbeitslosen Zimmerer Ferdinand Richter, 1948/49 unentgeltlich in beispielhafter Weise neu errichtet.

Sein Vorgänger stand wohl schon vor dem Naturpfad.


Waldschrat und Sonnentempel
Waldschrat und Sonnentempel


Die letzte Station ist heutzutage der Turmberg mit dem Magnusturm , vorher könnte man einen Abstecher zur Friesenquelle machen. In der Karte (am Ende des Artikels) findet sich auch ein weiterer Aussichtspunkt, der nichts mit dem Pfad zu tun hat, der Hirschensprung. Ich habe ihn wegen seiner Nähe mit aufgenommen. Man erreicht den Hirschensprung über die Treppe an der Friesenquelle. Die Treppe reicht bis auf die Anhöhe hinauf, dort geht man ein Stück südöstlich und gelangt zum Aussichtspunkt. Den gleichen Weg nimmt man dann wieder zurück zum Naturpfad.


Turmberg



Auf den Turmberg mit dem Magnusturm führen von Kasendorf aus mehrere Wege. Von der Friesenquelle kommend steht hinteren Festplatz. Hier kann man den breiten befahrbaren Weg nehmen, oder man beschreitet dort den schmalen Bergweg welcher auch durch die alten westlichen zwei Tore führt.

Am vorderen Teil des Festplatzes kommt man an den Felsenkellern vorbei zu einer Treppe welche am ehemaligen Nordtor endet. Von dort kommt man dann schnell zum Magnusturm den man da schon über sich sieht.



Hier ist die Route des neuen Pfades in GoogleMaps , zum Beispiel zum Navigieren darunter zum ein und ausklappen ist eine Übersichtskarte

Ich wollte verhindern das man automatisch zu Google weitergeleitet wird wenn man meine Webseite nutzt. Google erfasst evtl. mehr Daten als manchem Besucher recht ist. Die Karte und somit auch die Inhalte von Google werden erst geladen wenn man auf die entsprechende Schaltfläche klickt.



Für Anregungen Ideen und Ergänzungen sind wir dankbar

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