Der Buchscanner


Um alte Dokumente und Bücher (vor allem aus dem Archiv der Gemeinde Kasendorf) möglichst effektiv zu scannen hatte ich mir überlegt einen Buchscanner zu nutzen.

Die professionellen Scanner waren mir aber zu teuer. Ich habe also nach Lösungen gesucht wie ich so etwas selber bauen kann und fand do it yourself bookscanner.

Viele Teile für einen ersten einfachen Prototyp hatte ich bereits (Kamerazubehör / Raspberry etc) und so beschloss ich zuerst ein ganz einfaches Modell zu bauen und wenn dieses sich als effektiv erweisen sollte wollte ich einen ordentlichen Scanner zusammenbauen.


Im Prinzip braucht man

  • Eine Buchwippe in der das Buch liegt.
  • Eine leichte und möglichst wenig spiegelnde v förmige Glasplatte (passend zur Buchwippe )die dann ins Buch gelegt wird um die Wölbung zu glätten. Sie sollte leicht sein um die Dokumente an der Falz zu schonen und um sie leicht immer wieder hochheben zu können (beim Umblättern). Man kann für den Beginn einfach 2 Glasplatten nehmen, aber besser ist es man verbindet sie zu einem V.
  • 2 Kameras welche man mit extra Firmware bespielen kann. Mit dieser Firmware kann man sie dann auch mit dem Raspberry PI steuern.
  • Das Raspberry Pi mit Touchscreen.
  • die Software, in meinem Fall pi-scan.
  • einen Usb-Stick als Speicher
  • Licht (ich habe günstige Studioleuchten für Fotografie)
  • Irgendetwas um das ganze zusammenzuhalten. Ich habe für die ersten Versuche einfach einen Karton und Styropor genommen. Für die Kameras habe ich Stative verwendet. Bei Erfolg wollte ich das alles mit zerlegbarem Rahmen und einer Hebefunktion fürs Glas ausstatten.



Es gab zwar immer wieder kleinere Probleme zu lösen, aber letztendlich hatte ich alles funktionsfähig zusammen und testete es auch erfolgreich in der Gemeinde Kasendorf.

Nach ca einer Stunde gab aber der Akku einer Kamera den Geist auf. Da ich weiter scannen wollte kam ich auf die Idee mein Handy zu nutzen (ich nutze es schon länger um Dokumente die man per Post bekommt zu scannen und somit zu sichern etc.) Die App auf meinem Handy ist “Office Lense” von Microsoft für Android. Es gibt hier aber massenhaft und teils wohl auch bessere Apps.

Ich legt also eine Glasplatte auf das Dokument, Beleuchtete es mit der Lampe und “fotografierte” es mit dem Handy / der App ab.

Diese Apps richten das Dokument aus, beschneiden es und fügen die einzelnen Bilder zu einem Dokument zusammen. Meine Handykamera ist besser wie die des Buchscanners. Das Ausrichten der Kamera ist beim Handy eine kurze Handbewegung und daher kein Problem. Vom Handy konnte ich die Dokumente gleich zu mir Daheim auf mein NAS schicken.

Alles in Allem ist das Einscannen per Handy also schneller, besser und man muss keinen Buchscanner bauen und herumschleppen. Warum ich nicht gleich aufs Handy gekommen bin (welches ich ja schon für Ähnliches nutzte) weiß ich nicht. Das Basteln am Buchscanner hat zwar Spaß gemacht, trotzdem bleibt als Fazit: Ein Glas (z.b. aus einem alten defekten Scanner oder einfach einem Bilderrahmen), eine gute Lichtquelle und ein Handy ergeben einen passablen Buchscanner.


Die nächsten professionellen Buchscanner gibt es in der Uni Bayreuth. Diese liefern deutlich bessere Ergebnisse und sind auch leichter zu bedienen. Der einzige Nachteil ist dass man die Bücher und Dokumente nach Bayreuth bringen muss.

Die gescannten Dokumente gibt es hier.

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